Was sind Trichome und was haben sie auf Cannabis zu suchen?

Aaron Hernandez

Hinter der Cannabispflanze steckt deutlich mehr, als man ihr auf den ersten Blick anzieht. Wenn du dir die Pflanze mal genauer angeschaut hast, dann hast du dich vielleicht gefragt, was es eigentlich mit diesen kleinen Kristallen auf sich hat, die die Blätter und die Blüten bedecken. Die Kristalle glänzen, sind ziemlich klebrig und sorgen für das intensive Aroma von Gras. Wenn man sich diese Kristalle allerdings genauer anschaut, dann erkennt man, dass es ganz viele, winzige Härchen sind – Diese nennen wir Trichome.

Die eigentliche Definition von Trichomen lautet „kleine Auswüchse an Pflanzen, Algen und Flechten“. Die Trichome sind bei Cannabis insbesondere für die Produktion der Cannabinoide und Terpene zuständig, die der Pflanze die Wirkung und das Aroma geben, das wir kennen.

Die Aufgabe von Trichomen bei Cannabis

Cannabis ist bei weitem nicht die einzige Pflanze, die Trichome ausbildet. Viele weitere Pflanzen bilden aus unterschiedlichen Gründen Trichome aus, die auch ganz unterschiedlich aussehen können. Manche fleischfressenden Pflanzen beispielsweise besitzen Trichome, um ihre Beute besser fangen zu können.

In Cannabis haben Trichome quasi die Funktion eines Schutzmechanismus oder Abwehrsystems. Wenn weibliche Hanfpflanzen anfangen, in der Natur Blüten zu produzieren, dann werden sie angreifbar durch Insekten, hungrige Tiere und auch durch Umwelteinflüsse, beispielsweise durch UV-Strahlung. Trichome halten Tiere bis zu einem gewissen Grad von der Pflanze fern, da diese durch den bitteren Geschmack und das starke Aroma die Pflanze gar nicht essen könnte. Zusätzlich schützten sie vor Wind und verschiedene Formen von Pilzbefall.

Die verschiedenen Arten von Trichomen

Trichome gibt es in verschiedensten Formen und Größen, aber drei Typen kommen auf der Cannabispflanze besonders häufig vor. Diese sind:

  • Knollen-Trichome: Knollen-Trichome ist die kleinste Art der Trichome und kommen auf der Oberfläche jeder Pflanze vor. Knollen-Trichome sind nur etwa 10-15 Mikrometer klein.
  • Trichome mit Kopf und ohne Stiel: Diese Trichome sind etwas größer als die Knollentrichome und anhand ihres sehr kurz geratenen Stiels erkennbar. Hiervon gibt es mehr als von den Knollen-Trichomen.
  • Trichome mit Kopf und Stiel: Sie werden 50-100 Mikrometer groß und sind damit deutlich größer als seine Artgenossen und können mit bloßem Auge gesehen werde. Diese haben einen längeren Stiel und am Ende ebenfalls eine kleine Knolle. Sie sorgen hauptsächlich dafür, dass die Pflanze zu viel Sonnenlicht ausgesetzt ist.

Alle drei Typen von Trichomen produzieren Cannabinoide. Vor allem die Trichome mit Kopf und Stiel sind besonders zahlreich und erzeugen deshalb und aufgrund ihrer Größe die größte Menge an Cannabinoiden.

Wie Trichome entstehen & wachsen

Die Produktion von Cannabinoiden in den Trichomen beginnt mit der Blütephase. Sobald sie beginnen, Blüten auszubilden, bilden sich Trichome an der Oberfläche der gesamten Pflanze und beginnen, zu wachsen. Zu diesem Zeitpunkt werden erste Vorstoffe von Cannabinoiden in den Köpfen der Trichome gebildet, die dann später „ausgebaut“ werden können.

Die Menge und Cannabinoid-Konzentration der Trichome hängt sowohl von der Genetik der Pflanze als auch von diversen Umweltfaktoren ab. Pflanzen mit mehr Trichomen enthalten zudem nicht zwangsläufig mehr Cannabinoide und Terpene, da unter anderem UV-Strahlung die Stoffe in den Trichomen beeinflussen kann. In der Regel produzieren Pflanze, die im Laufe ihres Lebenszyklus ein breiteres Spektrum an Licht abbekommen haben, mehr Cannabinoide, auch wenn die Sorte ein sehr entscheidender Faktor ist.

Trichome sind ein Spiegelbild der restlichen Pflanzen

Der Lebenszyklus von Trichomen läuft ziemlich parallel mit dem der gesamten Pflanze, weshalb man den Wachstumsfortschritt der Pflanze ziemlich gut an dem Zustand der Trichome ablesen kann. Der Lebenskreislauf ähnelt einer Parabel, das heißt ab einem bestimmten Punkt wird die Pflanze „überreif“. Die Trichome beginnen sehr klar, werden im Laufe des Lebens dann eher milchig und gegen Ende eher bernsteinfarben.

Ein Cannabis-Grower verwendet diese farbliche Änderung in den Trichomen zur Bestimmung des Erntezeitpunktes. Wenn die ersten Trichome langsam bernsteinfarben werden, steht die Ernte kurz bevor. Wenn man die Pflanze an diesem Punkt noch weiterwachsen lässt, wird sie überreif und beginnt unter anderem, THC wieder abzubauen und es in CBN umzuwandeln. Entscheidend für die Art und Weise der Trichom-Verfärbung ist auch die gewählte Sorte, da sich diese von Sorte zu Sorte unterscheidet.

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