Pappmaul beim Kiffen – Warum trocknet der Mund aus?

Aaron Hernandez

Bis vor kurzem war man sich noch nicht im Klaren darüber, wie oder warum genau Marihuana einen trockenen Mund und einen trockenen Hals verursacht. Wissenschaftler haben das Phänomen erst kürzlich noch einmal genauer erforscht und sind dabei zu interessanten Ergebnissen gekommen. Wenn du schon immer wissen wolltest, warum dein Mund nach einem Joint oder einem Zug aus der Bong sich so ausgetrocknet anfühlt, dann lies weiter!

Trockener Mund durch Gras - Ein Jahrtausende altes Problem

Das Pappmaul, das nicht so angenehme Gefühl eines trockenen Mundes und Halsschmerzen beim Rauchen von Cannabis, gibt es schon seitdem die Menschheit THC und seine Wirkung entdeckt haben und das ist zweifellos eine lange Zeit. Die meisten Menschen, die Gras rauchen, haben wahrscheinlich ihren trockenen Mund als eine kleine Unannehmlichkeit akzeptiert und nicht zu viel Zeit damit verbracht, darüber nachzudenken. Vor kurzem hat sich eine Gruppe von Wissenschaftlern mit dem Phänomen des austrocknenden Mundes beim Graskonsum beschäftigt.

Was ist für das „Pappmaul“ verantwortlich?

Der Rauch ist nicht der entscheidende Faktor

Beim Rauchen eines Joints oder einer Bong könnte man den Eindruck bekommen, der Rauch sei für den ausgetrockneten Mund verantwortlich, aber das ist nicht die ganze Wahrheit; es steckt viel mehr dahinter. Die eigentliche Ursache hat damit zu tun, wie Cannabinoide (beispielsweise THC), die Wirkstoffe in Cannabis, mit dem menschlichen Endocannabinoidsystem interagieren.

Cannabis nimmt Einfluss auf unser autonomes Nervensystem

Das Endocannabinoid-System besteht aus Cannabinoid-Rezeptoren, die sich im gesamten menschlichen Körper, einschließlich des Gehirns, befinden. Cannabinoide im Marihuana können diese Rezeptoren aktivieren, wo sie alle möglichen Reaktionen und Prozesse auslösen. Auf diese Weise entsteht das High aus Marihuana, aber die Interaktion mit diesen Cannabinoid-Rezeptoren kann viel mehr körperliche Prozesse beeinflussen, darunter die Speichelproduktion.

Die Speichelproduktion in unseren Mündern wird durch einen Teil unseres autonomen Nervensystems gesteuert, das als Ruhe- und Verdauungssystem bekannt ist. Das Gehirn sendet Nervenimpulse an die Speicheldrüsen, um die Speichelproduktion zu stimulieren, und das geschieht, ohne dass wir etwas dafür tun müssen. Auch unser Unterbewusstsein kann diesen Prozess beeinflussen. Zum Beispiel, wenn der bloße Gedanke an eine leckere Mahlzeit dazu führt, dass das Gehirn mehr Impulse an die Speicheldrüsen sendet, was unseren Mund wässrig macht.

THC hemmt die Speichelsekretion im Mund

Da Cannabinoid-Rezeptoren in allen Teilen unseres Körpers vorhanden sind, war es nicht allzu verwunderlich, als Forscher sie fanden, auch in den Submandibeldrüsen, den Speicheldrüsen unter dem Mund, die für die Herstellung des meisten Speichels verantwortlich sind. Die Forscher fanden auch heraus, dass Anandamid, das in seiner Struktur dem THC ähnlich ist, eine verminderte Speichelsekretion verursacht.

Aufgrund der Ähnlichkeit von Anandamid und THC wird heute angenommen, dass THC, wenn es an die Rezeptoren in den Submandibeldrüsen bindet, sie dazu bringt, keine Nachrichten vom Nervensystem mehr zu empfangen. Mit anderen Worten: Das THC in Cannabis ist wahrscheinlich der Grund für den Rückgang der Speichelproduktion im Mund.

Dieses neue Verständnis, wie das Rauchen von Cannabis zu einem trockenen Mund führt, eröffnet neue Möglichkeiten, die mit der Speichelproduktion verbundenen Probleme zu behandeln. Nicht nur, dass Cannabisliebhaber eines Tages einen Weg finden können, das lästige Pappmaul loszuwerden, sondern diese Forschung kann sich auch als nützlich erweisen, um eine Vielzahl von Erkrankungen zu behandeln, bei denen Patienten aus anderen Gründen unter Mundtrockenheit leiden. Auch durch einen Aktivkohlefilter im Joint kann der trockene Mund deshalb nicht verhindert werden, da dabei (logischerweise) kein THC herausgefiltert wird, sondern „nur“ Schadstoffe.

Die besten Tipps gegen ein Pappmaul

Die meisten Cannabis-Enthusiasten erleben ein gewisses Maß an Mundtrockenheit als Nebenwirkung, wenn sie rauchen oder Cannabis essen. Für die meisten Leute ist es aber keine große Sache, wenn sie nur ein paar Züge hatten, aber bei intensiveren Smoke-Sessions kann er sicher ziemlich unangenehm werden. Insbesondere bei einer Überdosis an THC trocknet der Mund extrem aus, sodass es sehr unangenehm werden kann. Leider hilft Wasser trinken so gut wie gar nicht gegen den trockenen Mund - obgleich man beim Konsum definitiv viel trinken sollten, um gut hydriert zu bleiben.

Kauen

Das Kauen stimuliert die Speichelproduktion, was bedeutet, dass es bei einem trockenen Mund helfen kann. Ein Streifen Kaugummi kann alles sein, was du brauchst, um die Speicheldrüsen wieder zu stimulieren.

Wenn du Kaugummi nicht magst, können auch Dinge wie Rinderhackfleisch oder Trockenfrüchte hilfreich sein. Grundsätzlich kann jede Nahrung, die etwas Kauen erfordert, als Alternative dienen.

Süßigkeiten / Lutscher

So wie das Kauen eine gute Möglichkeit sein kann, etwas Speichel fließen zu lassen, können Sie einen Lutscher lecken, einen Hustenbonbon oder ein hartes Bonbon nehmen. Das Saugen an den Süßigkeiten oder einem Lutscher hat die gleiche Wirkung wie das Kauen; es erhöht die Speichelproduktion, damit der trockene Mund weggeht.

Bonus-Tipp: Saure Aromen werden dir wirklich das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, so dass einige sauer schmeckende Süßigkeiten besser sein können als süße. Wenn du mutig genug bist, kannst du sogar eine Scheibe Zitrone essen!

Hustenmittel

Wenn Kauen oder Lecken eines Lutschers nicht wirklich helfen, die Mundtrockenheit loszuwerden, kannst du mal demulgierende Hustentropfen anschauen. Diese oralen Demulgatoren sind im Handel erhältlich. Sie überziehen die Schleimhäute mit einem feuchten Film, der das trockene Mundgefühl verhindern oder beseitigen kann.

Kräutertees

Neben dem Gefühl eines unangenehm trockenen Mundes kommt oft auch das Gefühl einer wunden und gereizten Kehle durch das Rauchen. Wenn du dich in den meisten modernen Lebensmittelgeschäften umsiehst, solltest du in der Lage sein, Kräutertees zu finden. Diese können Wunder wirken! Tipp: Füge deinem Kräutertee einen oder zwei Tassen sauren Zitronensaft hinzu, um eine noch bessere Wirkung zu erzielen und bei wunden und trockenen Mündern zu helfen. Auch gegen trockene Augen können Kräutertees helfen.

Was du nicht gegen den trockenen Mund nach dem Cannabiskonsum tun solltest

Nicht alle Getränke sind geeignet, um das Pappmaul loszuwerden. Schwarze und grüne Tees können den Mund sogar noch mehr austrocknen (im Grunde alles, was Koffein enthält), also solltest du das vermeiden. Am besten eignen sich Kräutertees oder einfachem Wasser. Wenn du einen Fressflash nach dem Rauchen bekommst, solltest du auch salzige Lebensmittel und salzige Snacks vermeiden, da sie das Problem nur verstärken. Also lass die Hände von den Brezeln! Das Gleiche gilt für Alkohol und Tabak.

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