Ultimativer Guide zum Trocknen & Fermentieren deiner Cannabis Ernte

Aaron Hernandez

Deine Blüten sind erntereif, aber dein Job als Grower ist noch nicht ganz vorbei. Du musst deine frisch geernteten Knospen noch trocknen und Aushärten, um am Ende ein bestmögliches Produkt genießen zu können.

Um die beste Qualität für deine frisch geernteten Knospen zu gewährleisten, musst du deine Knospen mit einem so genannten „Curing“ oder „Aushärten“ bearbeiten, bei dem die Knospen langsam in einer kontrollierten Umgebung getrocknet werden und die Knospen dann im Laufe weniger Wochen in Glasbehältern fermentiert werden, damit bestimmte natürliche Pflanzenprozesse stattfinden können. Durch den Trocknungs-/Fermentierungsprozess riechen die Knospen besser und die Effekte fühlen sich stärker an. Außerdem reduziert es die Rauheit beim Rauchen.

Die optimalen Bedingungen zum Trocknen deiner Buds:
21 Grad Celsius und ~50% Luftfeuchtigkeit

Optimale Bedingungen zum Fermentieren (Curen oder Aushärten):
21 Grad Celsius und ~60-65% Luftfeuchtigkeit

Züchter fermentieren ihre Marihuana-Knospen, weil sie ihre Spitzenleistung und Qualität anders nicht erreichen können. Wenn du mit großartiger Genetik begonnen hast und dich während ihres Lebens richtig um deine Marihuanapflanzen gekümmert hast, dann ist dieser Prozess das, was den Unterschied zwischen „nur okay“ und trophäenwürdigen Knospen ausmacht. Auch preisgekrönte Blüten auf Cannabis Wettbewerben sind so perfekt, weil sie perfekt getrocknet und ausgehärtet wurden.

Was genau passiert beim Trocknen & Fermentieren?

  • Spaltet das Chlorophyll ab und verbessert den Geschmack / die Geschmeidigkeit der Knospen dramatisch.
  • Befreit von dem unangenehmen Geruch von „frischem Heu“ oder „geschnittenem Gras“, der bei neu geernteten Knospen üblich ist.
  • Bringt die subtilen Aromen und den einzigartigen Duft Ihrer Cannabissorte zur Geltung.
  • Reduziert die „Härte“ der Knospen; die Wahrscheinlichkeit, dass man husten muss oder Kopfschmerzen bekommt, ist geringer.
  • Beim Konsum treten Angst, rasende Gedanken oder Paranoia seltener auf.
  • Reduziert das Risiko, dass sich Schimmel oder Bakterien auf deinen Knospen bilden.
  • Die Aushärtung erhöht sogar die Potenz! Mehr dazu weiter unten.

In den meisten Fällen verändert eine gute Fermentierung vor allem die subjektiven Auswirkungen der Blüten. Auch die genaue Zusammensetzung aus Terpenen und Cannabinoiden verändert sich im Laufe dieses Prozesses. Versuch doch mal, Knospen direkt von der Pflanze zu rauchen, anstatt dieselben Knospen zu rauchen, nachdem sie getrocknet und ausgehärtet wurden. Du wirst den Unterschied definitiv spüren!

Viele Züchter berichten auch davon, dass das langsame Trocknen der Knospen und die richtige Aushärtung sie bis zu einem gewissen Grad stärker erscheinen lassen. Züchter berichten auch, dass richtig verarbeitete Buds viel angenehmer zu rauchen, zu verdampfen oder in Lebensmittel zu verwandeln sind. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, wie Cannabinoide und Terpene während des Fermentierungsprozesses verändert werden und auch Düngereste noch verfliegen können.

Wie gehe ich das Ganze an? Ein kurzer Überblick

Die Fermentierung beginnt direkt, sobald die Blüten abgeerntet wurden. Um also das Beste aus der Aushärtung herauszuholen, musst du den Prozess der Trocknung deiner Knospen beherrschen.

Ein wichtiger Teil des Reifeprozesses findet in den ersten Tagen statt, wenn du mit dem Trocknen der Knospen beginnst. Während dieser ersten Trocknungsphase ist es das Hauptziel, die Knospen relativ langsam trocknen zu lassen (in der Regel 3-7 Tage) und die Knospen vor Schimmel und Bakterien zu schützen.

Die meisten Züchter schneiden ihre Knospen ab und hängen sie kopfüber zum Trocknen auf, bis die Außenseiten der Knospen trocken sind und die kleinen Stängel reißen, wenn man sie biegt.

Ein relativ langsamer Trocknungsprozess (zusammen mit intelligenten Härtungsverfahren) bringt die besten Ergebnisse. Es muss nicht ewig dauern, aber jedes Mal, wenn du versuchst, die Trocknung der frisch geernteten Knospen zu „beschleunigen“, leidet das Endergebnis ein wenig darunter. Aber auch zu schnelles trocknen oder über einen zu langen Zeitraum wird im Endergebnis ein besseres Produkt liefern, als ganz ohne.

Wichtig: Wenn du Hitze verwendest, um deine Ernte (Mikrowelle, Backofen, etc.) zu trocknen, werden sie am Ende wirklich schrecklich schmecken. Glaub uns, das ist es die Zeitersparnis nicht wert.

Step by Step zur perfekten Ernte

Schritt 1: Schneide die Pflanze zum Trocknen ab

Einige Züchter schneiden die Pflanze an der Basis ab und hängen die ganze Pflanze kopfüber zum Trocknen auf. Andere schneiden lieber Äste ab und hängen diese dann zum Trocknen auf. Wieder andere schneiden einzelne Knospen ab, damit sie sie auslegen und auf einem Sieb oder Gestell trocknen können.

Hier kannst du wenig falsch machen. Du kannst deine Pflanze Stück für Stück ernten, aber auch die ganze Pflanze kopfüber zum Trocknen aufhängen. Hier nimmst du am besten die Variante, mit der du bereits gute Erfahrungen machen konntest.

Schritt 2: Schneide die unnötigen Blätter so gut wie möglich ab

Bevor du anfängst, deine Knospen zu trocknen, entfernen die meisten Züchter überflüssige Blätter von der Pflanze. Zumindest solltest du alle großen Fächerblätter entfernen, die kleinen Blätter sind eher optional, werden von vielen aber auch gerne mit abgeschnitten.

Das verbessert das Aussehen deiner Buds und sorgt für ein noch „saubereres“ Ergebnis. Zu viel Blattmaterial kann die Knospen rauer und nicht so schön machen.

Die Anzahl der Blätter, die du abschneidest, hängt von deinen persönlichen Vorlieben ab. In einer sehr trockenen Umgebung solltest du eher weniger abschneiden, wenn diese eher feucht ist, so sollte so viel wie möglich abgeschnitten werden, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen und Schimmel zu vermeiden. Wenn du unsicher bist, orientiere dich an den folgenden Werten:

Trocken (unter 30% RH) – Wenn du möchtest, kannst du hier nahezu alle Blätter dranlassen, um den Trocknungsprozess möglichst langsam von statten gehen zu lassen. Das braucht Zeit, spiegelt sich aber in der Qualität des Endproduktes wider.
Durchschnittliche Luftfeuchtigkeit (30%-60%) – Wenn du quasi nie Probleme mit der Luftfeuchtigkeit in deine Umgebung hast, ist es perfekt, um das fertige Cannabis einfach auf den Kopf zu stellen und so zu trocknen.
Feucht (über 60% Luftfeuchtigkeit) – Wenn es dort, wo du wohnst, sehr feucht ist, solltest du nach dem Schneiden die Knospen von den Zweigen trennen und sie auf ein Trockengestell oder Netz legen, um sie bei hoher Luftfeuchtigkeit trocknen zu lassen, ohne Probleme mit Schimmel zu bekommen.

Wir empfehlen, deine Blüten mit Einweghandschuhen zu trimmen, um zu verhindern, dass deine Hände mit klebrigem Harz in Kontakt kommen. Die abgeschnittenen Pflanzenteile kannst du vorerst aufbewahren und später Cannabisöle, Extrakte oder auch Cannabis Butter herzustellen.

Schritt 3: Trockne deine Ernte

Die optimalen Bedingungen zum Trocknen deiner Buds sind, wie bereits oben genannt, bei ~21 Grad Celsius Lufttemperatur und ca. 50% Luftfeuchtigkeit. Hier ein paar Ideen zu Regulierung der Umgebung:

  • Klimaanlage – Kühlt Luft & senkt die Luftfeuchtigkeit
  • Verdunstungskühler – Kühlt Luft & erhöht die Luftfeuchtigkeit
  • Luftentfeuchter – Erwärmt Luft & senkt die Luftfeuchtigkeit
  • Befeuchter – Erwärmt Luft & erhöht die Luftfeuchtigkeit
  • Heizung – Erwärmt Luft & senkt die Luftfeuchtigkeit

Keinesfalls solltest du deine Buds mit Trockeneis, in der Mikrowelle oder im Ofen trocknen. Der Geschmack wird dadurch wirklich ätzend und die Zeitersparnis lohnt sich nicht. Der Trockenraum sollte zudem nicht über 30 Grad Celsius erreichen, um keinen Schaden zu riskieren.

Der Trocknungsprozess macht schätzungsweise 50% der endgültigen Qualität aus – Auch perfekt angebaute Pflanzen werden im Endergebnis maximal mittelgut, wenn der Trockenprozess falsch angegangen wird.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie du deine Ernte trocknen kannst. Das Aufhängen der Knospen mit dem Kopf nach unten zum Trocknen gilt als die „übliche“ Art der Trocknung. Hier kannst du aber kreativ werden, du kannst sie beispielsweise kopfüber an Kleiderbügeln, Schnüren und fast allem, was dir einfällt, aufhängen. Du kannst sogar die gesamte Pflanze auf den Kopf stellen. Auch eine selbstgebaute Box eignet sich sehr gut dafür.

Ein Trockennetz trocknet die Knospen schneller als die meisten anderen Methoden, da die Stiele von den Knospen entfernt werden (und die Stiele etwas Wasser enthalten). Die Verwendung eines Trockengestells ist die bevorzugte Trocknungsmethode, wenn du in einem feuchten Gebiet lebst, da hier Schimmel durchaus ein Problem darstellen kann.

Schritt 4: Warte, bis sich die Blüten von außen relativ trocken anfühlen (3-10 Tage)

Wenn die Knospen weniger als 3-4 Tage zum Trocknen gebraucht haben, kann das bedeuten, dass die Knospen etwas zu schnell getrocknet wurden, aber das ist okay! Lebe und lerne für das nächste Mal. Es ist schwierig, diesen Schritt sofort richtig zu machen, da die Größe und Dichte der Knospen und Ihre Umgebung so stark variieren können! Selbst wenn die Knospen zu schnell getrocknet wurden, profitierst du immer noch vom Aushärtungsprozess, aber es kann etwas länger dauern, bis die Knospen vollständig „ausgehärtet“ sind.

Wenn du versehentlich die gesamte Feuchtigkeit aus den Knospen entfernt hast, verlangsamt sich der Aushärtungsprozess drastisch, oder er kann sogar weitgehend zum Stillstand kommen. Wie bei zu schnell getrockneten Knospen heilen auch bei übertrockneten Knospen die Knospen noch, aber es dauert länger.

Wenn du deine Pflanzenteile kopfüber zum Trocknen aufhängst, sind deine Knospen bereit, in Gläser gelegt zu werden, wenn die Außenseiten aller Knospen völlig trocken sind, aber nicht spröde.

Wenn die Knospen getrocknet sind, können die kleinsten Knospen mit den Fingern „abgeschnippst“ werden, ohne eine „Schnur“ der Pflanze zurückzulassen. Wenn sie noch zu stark am Stängel hängen, ist es noch nicht soweit.

Schritt 5: Lege die Blüten in Einmachgläser

Von diesem Zeitpunkt an solltest du Knospen in einer kontrollierten Umgebung lagern. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte sich bei etwa 60-65% stabilisieren, wenn die Knospen in einen geschlossenen Behälter getan werden. Das ist die richtige Umgebung, um deine Marihuana-Knospen perfekt auszuhärten. Die Temperatur sollte, wie beim trocknen auch schon, ca. 21 Grad Celsius betragen.

Die idealen Aufbewahrungsbehälter für Marihuana-Knospen sind weitmaschige Einmachgläser. Diese können ziemlich leicht in großen Lebensmittelgeschäften, den meisten Handwerksgeschäften, online und in Supermärkten erworben werden. Da der Anbau von Cannabis immer beliebter wird, erscheinen diese Gläser in immer mehr Geschäften. Eine gute Größe für die Gläser ist ca. 1 Liter (Fassungsvermögen), hier haben dann ca. 25-30 Gramm Blüten Platz zum Aushärten.

Größere Gläser fördern eher Schimmelpilze – wie Erfahrungen leider bereits gezeigt haben. Andere Arten von Gläsern sind oft nicht luftdicht, was verhindern kann, dass die Knospen richtig aushärten. Du willst jedes Glas zu ca. 75% mit Buds füllen, so dass oben noch ein wenig Luft ist. Wenn du das Glas schüttelst, sollen sich die Knospen bewegen können. Wenn sie zusammenkleben, bedeutet das, dass sie immer noch zu nass sind und du solltest die Deckel noch für eine Weile im Glas lassen, damit sie austrocknen können.

 

Schritt 6: Öffne die Gläser täglich für ca. 1-3 Wochen (Siehe unten)

In den ersten Tagen solltest du vielleicht noch öfter als einmal am Tag überprüfen, besonders wenn du dir Sorgen um Schimmel oder Bakterien durch zu viel Feuchtigkeit machst. Es ist wichtig, dass du deine Buds in der Anfangsphase mindestens alle 24 Stunden überprüfst, wie unten beschrieben. Neben der Kontrolle der Knospen ist es auch wichtig, die Gläser einmal täglich zu öffnen, da die Knospen im Rahmen der Aushärtung frische Luft benötigen und die Feuchtigkeit entweichen kann.

Wenn du Ammoniak riechst oder sich die Außenseite der Knospen feucht anfühlt, bedeutet das, dass die Knospen zu nass sind und ausgelüftet werden müssen, bevor Gläser wieder verschlossen werden. Wenn es jeden Tag mehr nach Cannabis riecht, bedeutet das, dass du es richtig machst! Verwende Hygrometer für die besten Ergebnisse, da damit genau bestimmt werden kann, wie weit der Prozess bereits vorangeschritten ist und ob die Luftfeuchtigkeit zu stark vom Soll abweicht.

Beim Öffnen der Gläser und durch Berühren der Buds kannst du dir ein Bild von ihrem aktuellen Zustand machen. Befolge beim Trocknen folgende Regeln, um keine Fehler zu begehen:

Knospen fühlen sich nass an – Nasse Knospen müssen außerhalb des Glases platziert werden, um weitere 12-24 Stunden zu trocknen. Feuchte Knospen sollten sich nicht gegenseitig berühren! Es ist sehr wichtig, dass du schnell reagierst, wenn sich die Knospen feucht anfühlen, da dies die wahrscheinlichste Zeit für das Wachstum von Schimmel ist.

Wenn die Knospen zu nass sind, wird das Hygrometer mehr als 70% relative Luftfeuchtigkeit anzeigen, nachdem die Knospen 24 Stunden lang in einem Glas mit Hygrometer waren. Wenn die Luftfeuchtigkeit auf dem Hygrometer mit einer Rate von 1% pro Stunde oder mehr ansteigt, sollte ein wachsames Auge auf die Buds geworfen und diese regelmäßig kontrolliert und gelüftet werden.

Knospen fühlen sich feucht an – Wenn du das Glas an dieser Stelle schüttelst, wirst du vielleicht feststellen, dass einige der Knospen noch zusammenkleben. Die Knospen sind immer noch etwas zu feucht und du riskierst Schimmel oder Bakterien. Wenn du in einem normalen bis trockenen Klima lebst, kannst du vielleicht damit durchkommen, den Deckel für 1-4 Stunden von den Gläsern zu lassen. Wenn du in einem feuchten Klima lebst, musst du möglicherweise die Blüten aus den Gläsern nehmen und auslegen, bis sich die Außenseiten wieder trocken anfühlen.

Wenn die Knospen leicht feucht sind, wird Ihr Hygrometer 65-70% relative Luftfeuchtigkeit anzeigen, nachdem die Knospen 24 Stunden lang in einem Glas mit Hygrometer waren.

Die Blüten sind nicht nass, aber auch nicht spröde – Perfekt! Die Knospen können sich etwas klebrig an den Fingern anfühlen. Die Knospen sollten sich unabhängig voneinander bewegen können und nicht in großen Bündeln zusammenballen, wenn die Gläser geschüttelt werden.

Wenn sich die Knospen in der Aushärtungszone befinden, wird das Hygrometer 60-65% relative Luftfeuchtigkeit anzeigen, nachdem die Knospen 24 Stunden lang in einem Glas mit Hygrometer waren.

Einige Gärtner ziehen es vor, es während des Aushärtens etwas niedriger zu halten, auf etwa 55%. Besonders wenn du eine ganze Menge Cannabis aushärtest, kann das helfen, die Gefahr von Schimmel in den Gläsern zu verringern.

Die Knospen sind zu trocken – die Knospen fühlen sich brüchig und bröckelig an – Zu diesem Zeitpunkt befindet sich nicht genügend Feuchtigkeit in den Gläsern, um den Härtungsprozess in normalem Tempo fortzusetzen, und die Knospen neigen dazu, viel langsamer zu härten.

Wenn die Knospen zu trocken sind, um weiter zu trocknen, wird das Hygrometer weniger als 55% relative Luftfeuchtigkeit anzeigen, selbst wenn die Knospen 24 Stunden lang in einem Glas mit Hygrometer sind. Wenn es zwischen 55-60% liegt, mach dir keine Sorgen! Die Aushärtung findet immer noch statt, nur vielleicht etwas langsamer.

Fazit – Trocknen & Fermentieren ist keine Wissenschaft

Wenn du oben genannte Anleitungen konsequent befolgst, kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen. Zusätzlich können sogenannte Humidipacks dir dabei helfen, die Luftfeuchtigkeit zum Aushärten deiner Blüten konstant auf einem Level zwischen 60-65% zu halten. Somit steht der perfekten Ernte nichts mehr im Wege!

 

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